Jagd / Ausbildung

Ich kam oft mit leeren Händen heim,
jedoch nie mit leerem Herzen
(Jägersprichwort)


Ajamus erste echte Nachsuche auf einen Bock...

Ansitz am Freitag, den 04.07.2014.
Mathias hat an diesem Platz schon öfters einen guten Abschussbock gesehen, ist aber nie zum Schuss gekommen. 

An jenem Tag war Fussballweltmeisterschaft und alle wollten Fussball schauen nur ich nicht, also habe ich mich kurzfristig entschlossen auf diesen speziellen Bock anzusitzen. Der kam auch prompt allerdings ziemlich spät ca. 22.00 Uhr. Das Licht war noch gut, aber ich wusste, dass es dann ziemlich schnell dunkel wird. Ich habe den Bock kurz angesprochen und als er auf ca. 50m schön breit stand, beschossen.

Wie meistens bei mir, lag er nicht. Ich habe noch schnell den Anschuss gesucht und leider nicht gefunden. Da ich wusste, dass ich erst heimfahren und Mathias und die Hunde holen musste, war mir leicht bange, da es schon dunkel wurde. Hilft alles nichts dachte ich, für was haben wir die Hunde!

Auf der Rückfahrt ins Revier habe ich mich dann für Ajamu als Nachsuchehund entschieden, weil Malichen leicht angeschlagen war und bereits bei den letzten zwei Nachsuchen eingesetzt wurde.

Mathias und ich haben dann noch den Anschuss gesucht, den ich diesmal gleich gefunden habe, von da an war klar, dass es eine Totsuche war.

Mathias hat daraufhin Ajamu geholt und zum Anschuss gebracht. Ajamu war sehr ruhig und besonnen und wir merkten gleich, dass er wusste was er zu tun hatte. Er hat den Anschuss sehr gründlich untersucht, um danach eine kleine „Runde“ zu drehen, ist dann aber nicht direkt der Schweißfährte gefolgt (weil die direkt durch hohe Disteln ging) sondern ca. 3m links davon Richtung Wald. Ich war sehr verhalten und habe immer wieder selbst nach Schweiß gesucht. Aus den Augenwinkeln habe ich dann gesehen, dass er hinter der Salzlecke in den Wald ging – immer noch sehr ruhig und voller Konzentration aber die Spannung war ihm anzusehen (Ajamu arbeitet mit sehr steifer Rute die immer hin und her geht) und nach ca. 40m hat Mathias dann das erlösende Waidmannsheil gerufen! Der Bock lag ca. 80m vom Anschuss entfernt, mit einem sauberen Kammerschuss, das Herz war direkt zerschossen, aber ohne Hund hätten wir ihn nicht gefunden, da es schon stockedunkel war und zeitweise kein Schweiß lag.
 
Das Jagderlebnis an sich ist schon eine tolle Sache, aber es nachher mit seinem Hund teilen zu können, eine noch viel Größere.

Dezember 2014: Inzwischen hat Ajamu drei weitere erfolgreiche Nachsuchen machen dürfen und wir sind super glücklich, dass unser "alternder Herr" in den Genuss seiner Saat kommen darf! Er weiß sofort, was seine Aufgabe ist und er macht seinen Job zu 100%! Und vor allem mit ganz viel Freude.

 


Ajamu hat am 23.07.2011 seine Brauchbarkeitsprüfung bestanden. Mathias hat die Urkunde überreicht bekommen mit den Worten: "Ein großer Hund mit kleinen Schwächen".



         
Urkunde




 


 

Wie wir über unseren Ajamu zur Jagd kamen ...

beim ersten Gespräch im Sadikifu-Kennel kam auch die Frage auf was wir denn evtl. mit dem Hund vorhaben – Ausstellungen, Züchten, Hundesport …. Damals sagte ich noch in meiner Naivität, kommt drauf an was der Hund für Eigenschaften mit sich bringt, tja unser Ajamu hat uns schon bald gezeigt, dass seine Eigenschaften die eines Jagdhundes sind…. Wir wollten das ganze nicht so wahrhaben, da wir mit der Jagd bisher nichts am Hut hatten, doch die ganze Sache nahm so eine Dynamik an, dass mir klar war, da muss was geschehen.

Bei einem -meiner vielen- Gespräche mit unserer Züchterin Sybille Becker nannte die mir die Adresse von Ulli Schnitzer, den ich daraufhin gleich anrief, denn meine Verzweiflung war wirklich groß. Er hörte sich geduldig mein "Gejammer" an und schlug mir dann ein Treffen in unserer Nähe vor.
Seine erste Futterfährte arbeitete Ajamu so konzentriert, zielstrebig und mit Freude, dass uns die Entscheidung ihn diesbezüglich auszulasten nicht sehr schwer viel.
Daraufhin fuhren wir regelmäßig zur Ausbildung nach Baden-Baden und nicht nur Ajamu hatte Freude an der Fährtenarbeit, sondern auch Mathias und ich.

Ulli schlug uns dann mal vor bei einem Ausbildungswochenende in der RR Arbeitsgemeinschaft Jagdhund  mitzumachen. So kam es, dass wir uns auf den Weg nach Hessen machten. Wir lernten viele Jäger kennen und auch jagdlich geführte Ridgebacks und so haben wir uns beide entschlossen den Jagdschein zu machen.

Bilder von einem Ausbildungswochenende


Zeitgleich habe ich bei uns in der Nähe eine Ausbildungsstätte gefunden, die jagdlich geprägt war. Ajamu war damals fast drei Jahre alt, als ich im Herbst das erste Mal zu Birgit Balogh in die Hundeschule kam. Ein langer Weg, der letztdendlich für Ajamu mit der Brauchbarkeitsprüfung endete und Mathias und ich entschieden uns den Jagdschein zu machen.

Mathias hat einen sogenannten Craschkurs in Mecklenburg-Vorpommbern besucht und ich habe mich für eine 9-monatige Ausbildung bei uns in der  Kreisjägerverieinigung entschieden. So kamen wir über unseren Ajamu zur Jagd!

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